Geldmarktfonds sind Investmentfonds, die in kurzfristige (bis 12 Monate) laufende Anlagen von Geldmarkttiteln investieren, also vorrangig Rentenpapiere, Schuldverschreibungen oder Staatsanleihen. Vor allem institutionelle Anleger investieren in diese Fonds große Summen, private Anleger können sich in der Regel ohne oder mit nur sehr geringen Aufschlägen beteiligen.
Geldmarktfonds und Tagesgeld/Festgeld
Die Renditen von Geldmarktfonds, die börsentäglich gehandelt werden, liegen leicht über denen von Tagesgeld und manchmal sogar höher als Festgeld, dennoch bleibt das Geld wie bei einer Tagesgeldanlage ständig verfügbar. Das ist der größte Vorteil gegenüber der klassischen Tagesgeldanlage, allerdings handelt es sich hierbei um eine verkürzte Darstellung. Ein Fonds diversifiziert grundsätzlich in verschiedene Anlagemöglichkeiten, während ein Tagesgeldkonto ein klassisches Sparkonto darstellt, dessen Zinssatz lediglich vom allgemeinen Kapitalmarktzins abhängig gemacht wird. Im Übrigen schwanken deutsche Tagesgeldkonten wenig in ihren Zinssätzen, obgleich die Zinsen per se variabel sind (im Gegensatz zu Festgeldzinsen). Ein Geldmarktfonds könnte zum Beispiel einen Teil des Geldes in spanische oder italienische Staatsanleihen investieren, die (noch) als ausfallsicher gelten, aber wesentlich höher rentieren als zum Beispiel deutsche Staatsanleihen. Damit entstünden auch höhere Renditen, die unter Umständen das Festgeld schlagen können. Dennoch sind diese Renditen – fondstypisch – nicht sicher. Es handelt sich um einen Investmentfonds und kein Sparbuch (dem Fest- und Tagesgelder sehr ähnlich sind). Im Jahr 2011 wurden mit Geldmarktfonds durchschnittliche Renditen zwischen 3,00 bis 5,00 Prozent erzielt, also auf gutem Festgeldniveau und bisweilen leicht darüber.
Ausgabeaufschläge und Fondsentwicklung
Einige Geldmarktfonds verlangen Ausgabeaufschläge, andere nicht. Anleger, die ein kostenloses Wertpapierdepot besitzen, sollten nach Geldmarktfonds ohne Ausgabeaufschlag Ausschau halten. Des Weiteren wird eine Mindestanlage erwartet, die unterschiedlich ausfällt, oftmals liegt diese bei 1.000 bis 5.000 Euro. Dafür sind die Fondsentwicklungen sehr interessant, einige Geldmarktfonds rentieren schon bei der relativ kurzen Anlagedauer von zwei bis drei Jahren im deutlich zweistelligen Bereich (zwischen 10 bis 20 Prozent). Diese Anlagedauer bedeutet nicht, dass der Anleger sein Geld so lange liegen lassen muss, er kann es – wie beim Tagesgeld – jederzeit abziehen. Auch hat die Laufzeit des Fonds nichts mit der Laufzeit einzelner Papiere zu tun, das Fondsinvestment schichtet die Gelder thesaurierend in jeweils neue Papiere um, wenn einzelne Titel auslaufen. Das bedeutet, Grundkapital und Gewinne werden bei längerer Anlagedauer in neue Titel investiert, wobei diese Umschichtung und Neuinvestition von Gewinnen – die Thesaurierung – nicht der Spekulationssteuer unterliegt.